Schon mit der Dekoration machte der Chor klar, worum es an dem Abend ging. Herzen hingen an den Wänden und fanden sich auch als wiederkehrendes Motiv im Konzertsaal. Um die Liebe ging es an diesem Abend.

Vor voll besetztem Saal eröffneten Bella Cantare und enJOY! ihr Konzert schwungvoll mit einem Klassiker der Beatles „All you need is love…“. Dieses Lied stand als Motto des Abends quasi Pate und hatte die Chorleiterin offensichtlich inspiriert in unterschiedlichen Jahrzehnten nach Liebesliedern Ausschau zu halten. Herausgekommen war eine bunte Mischung, die sich nicht nur mit dem ersten Verliebtsein beschäftigte, in dem Mann und Frau noch alles für den Anderen tun. So hörten die Gäste im Lied „Ich lass für Dich das Licht an“ die Zeile „Ich würde meine Lieblingsplatten sofort für Dich verbrennen…“. Quasi ein Aufruf an alle im Raum verbarg sich in „Das Beste“ „Ich sag`s Dir viel zu selten, es ist schön, dass es Dich gibt.“. Gefühlvoll vorgetragen wurde „When we were young“, das von einer Jugendliebe erzählt, die die Zeit überdauert. Der Humor kam in dieser ersten Hälfte aber auch nicht zur kurz, wenn der Chor sang, dass die Schöne Isabella aus Kastilien doch bitte, bitte endlich wieder nach Spanien kommen sollte.

Aber auch um wehmütige und liebevolle Erinnerungen ging es. So verarbeite Herbert Grönemeyer den gemeinsamen Lebensweg und den Tod seiner Frau und seines Bruders im Lied „Der Weg“.

All you need is LOVE

Die Lieder wurden entweder vom Gesamtchor oder vom kleinen Ensemble gesungen. Die Chorleiterin Judith Erb-Calaminus verstand es gut mit dem Chor die Lieder zu interpretieren. Mal leise und zart, mal schwungvoll und kräftig bekam jedes Lied seine eigene Note. Unterstützt wurde der Chor vom gefühlvollen und spielfreudigen Spiel am Flügel von Fabian Bauer.

Da sich die eigenen Gefühle und Gedanken beim Singen wiederspiegeln, sollen die Chorsänger*innen bei den Liebesliedern intensiv an eine Person denken, berichtete eine Chorsängerin und ergänzte schmunzelnd „unsere Chorleiterin fragt auch nicht nach, an wen wir gedacht haben, wenn es besonders Gefühlvoll war.“

Ein Duett „Make you feel me love“ und ein Terzett „Can’t help falling in love with you“ wurden von Yvonne und Michael Wilmes, beim Terzett gemeinsam mit Judith Erb-Calaminus intensiv mit Gitarrenbegleitung vorgetragen.

Vor der Pause war dann noch der Auftritt des Holzgerlinger Chores „Five vor Zwölfe“, die in „Nur für Dich“ Abschied von einer Verflossenen nahmen, der sie offensichtlich nur bedingt hinterhertrauerten und sich in „Eine von 80 Millionen“ wunderten, wie man es schafft den bzw. die Richtige zu finden.

Den Rahmen rund um die Liedauswahl zog Yvonne Wilmes in ihrer charmanten Moderation, die dem Publikum die Inhalte der Lieder näher brachte.

In der Pause konnten sich Gäste unter anderem mit Hefeteig-Herzen stärken.

Im Medley mit dem ein Sextet nach der Pause startete ging es humorvoll wortwörtlich um die Wurst. In kurzen Ausschnitten aus Liebesliedern wurde das Wort „love“ durch „Wurst“ ersetzt.

Im zweiten Teil des Konzertes tauchten auch ein paar bittere Noten der Liebe auf. „Stitches“ erzählte vom Schmerz des Verlassen Werdens. In „Angels“ besang der Chor ein todgeborenes Kind. In Irland heißt es, dass solche Kinder gleich als Engel geboren werden. Gerade bei solchen Liedern ist es wichtig, wie diese vorgetragen werden und der Chor schaffte es bravourös viel Gefühl in die Lieder zu legen ohne im Pathos und Kitsch abzurutschen.

Dagmar und Eva Heiß, Angelika Lang und Frauke Daemgen sangen nachdrücklich davon, dass man zu sich selbst stehen soll. „This is me“ hieß das Lied. Es fehlte nur noch das „Spiels noch einmal… Fabian“ bevor der Chor in einem Klassiker schwelgte. „As time goes by“ brachte nicht nur das Publikum, sondern auch den Chor zum Strahlen. „Music“ in einer A-Capella Version war die Liebeserklärung des Chores an die Musik und man hörte auch hier dem Chor die Freude am Singen an. Für dieses Lied und „Perfect“ verstärkten die Männer von „Five vor Zwölfe“ enJOY! und blieben auch für die „Perfekte Welle“, die vom Publikum als Zugabe eingefordert wurde. Nach diesem Abend voll großer Gefühle blieben etliche der Gäste noch eine Weile in der Aspenhalle und ließen diesen gelungen Konzertabend ausklingen.

Beitrag von: Frauke Daemgen, Pressereferent Bella Cantare & enJOY!

“All you need is love…” Jahreskonzert des Chors Bella Cantare und enJOY!

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